St.Peter

Margrit Portrait

Im Gespräch mit der Kirchenmusikerin Margrit Fluor


Nach einem komplexen Prozess wie einer Orgelrenovation zum ersten Mal das revidierte Instrument zu spielen, muss ein besonderer Augenblick sein. Welche Veränderungen im Klang haben Sie dabei sofort wahrgenommen?

MF: Die Orgel kommt frisch daher. Gottesdienst- und Konzertbesucher der Kirche St. Peter mögen sich erinnern, dass der Klang des Instruments durchaus gewaltig und zuweilen sehr mächtig wirken konnte. Diese kraftvolle Intonation hat der Intonateur nun etwas zurückgenommen, was die Orgel in ihrem Klang nun einerseits sanfter, andererseits aber auch facettenreicher wirken lässt. Es ist, als hätte die Orgel an Klangdimension noch hinzugewonnen.

Wie läuft so ein komplexer Prozess einer Orgelrenovation ab, was musste letztendlich erneuert werden?

MF: Die Orgel in St. Peter stammt aus der Werkstatt Mühleisen aus dem Jahr 1974. Wenn ein Instrument dieser Grösse auseinandergenommen wird, ist es natürlich selbstverständlich, dass alles durchleuchtet und auf Herz und Nieren geprüft wird. Das Innenleben der elektrischen Traktur musste teilweise erneuert werden, da Ersatzteile nicht mehr lieferbar waren. Auch die Disposition der St. Peterorgel wurde aufgewertet. Selten benützte Register wurden entfernt und durch neue mit anderen Klangfarben ersetzt. 

Gab es Fachexperten, die hinzugezogen wurden?

MF: Die Renovation wurde von Jürg Brunner, Organist in Bern und Experte für Orgelrevisionen und Orgelbau, sowie von Tobias Willi, Professor  an der ZHdK und Organist an der Johanneskirche in Zürich begleitet. Im ursprünglichen Projekt war nicht vorgesehen, den Spieltisch zu ersetzen. Die technischen Entwicklungen im elektronischen Bereich bewegen sich jedoch in einem so immensen Tempo,  dass der Entscheid, den Spieltisch neu zu bauen, eine logische Folge war. Durch den neuen Spieltisch kann man jetzt das Ergebnis der Renovation nicht nur hören, sondern auch optisch wahrnehmen.

Was haben Sie sich zur Wiedereröffnung einfallen lassen?

MF: Wie frisch geduscht sollen sich die Zuhörer fühlen, wenn sie die Orgel gehört haben, passend zu der neuen  musikalischen Serie: «Unter der Dusche» - Kirchenmusik im Alltag. Ich möchte, dass die Orgelmusik und damit auch ein Stück Verkündigung wirklich bei den Menschen ankommen und nicht fernab im künstlerischen Elfenbeinturm bleiben. So gehe ich mit der Orgelmusik neue Wege, denke auch fachübergreifend und versuche, u.a. auch junges Publikum zu erreichen. Zur Einweihung der revidierten Orgel hat die Schauspielerin Eveline Ratering mit mir eine Fortsetzung der erfolgreichen Orgelgeschichte «Hieronymus’ Reise zur Stadt der 1000 Pfeifen» entworfen: «Woher weht der Wind» heisst die Erzählung, in der kirchenmusikalische Ausdrücke auch für jüngere Besucher alltagstauglich in Szene gesetzt und erklärt werden.


Margrit Fluor hat ihre Wurzeln im Kanton Graubünden. Das Klavierstudium bei Ruth Hiltmann sowie das Konzertdiplom Orgel bei Erich Vollenwyder absolvierte sie an der Musikhochschule Zürich. Eine Zusatzausbildung brachte sie für ein Jahr nach Paris. Sie wirkte 13 Jahre an der Kirche St.Jakob, wechselte anschliessend an die Kirchen Zürich – Fluntern und ist seit 2001 Kirchenmusikerin am St.Peter Zürich. Neben solistischen Tätigkeiten und vielen kammermusikalischen Aufführungen wirkte sie 25 Jahre als Klavier- und Orgellehrerin am Gymnasium Rämibühl Zürich. Sie ist zudem seit 2003 Dozentin im Weiterbildungsstudium DAS Orgel an der ZHdK.


Termine und Infos im Rahmen der Wiedereröffnung

Samstag, 1. Februar, 19.30 Uhr: Orgeleinweihung St. Peter «Woher weht der Wind» 

Eine historisch-musikalische Geschichte mit
Eveline Ratering, Erzählung Überraschungsgast 

Margrit Fluor, Orgel 

Eintritt CHF 20.— Abendkasse ab 18.30 Uhr, anschliessend Apéro auf der Empore 

 

Sonntag, 2. Februar, 10.00 Uhr: Festgottesdienst zur Orgeleinweihung

 Pfr. Ueli Greminger, Kantorei St. Peter, Leitung Sebastian Goll, Kantor Margrit Fluor, Orgel 

 

Dienstag, 4. Februar, 17.00 Uhr:  «Unter der Dusche» Kirchenmusik im Alltag 

Musikalische Erzählungen 

«Hieronymus’ Reise zur Stadt der 1000 Pfeifen»
Pause
«Woher weht der Wind» 

Eveline Ratering, Erzählung Margrit Fluor, Orgel Hieronymus Schädler, Flöte Daniel Hildebrand, Mundharmonika und Beat-Box 

Eintritt: Kinder CHF 10.— Erwachsene CHF 20.— Abendkasse ab 16.30 Uhr