St. Martin

Wenn die Frau gebären soll,

ist sie bekümmert,

weil ihre Stunde da ist;

aber wenn sie das Kind geboren hat,

denkt sie nicht mehr an ihre Not

über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. ( Joh 16, 21 )

 

Ein Leben lang unterstehen wir

dem Geheimnis der Menschwerdung.

Stufe um Stufe

dürfen wir reifen,

wandelt uns das Leben,

muss Bisheriges, Altes losgelassen

und Neues errungen werden.

 

Schmerzhafte Werdeprozesse

fordern Mut ,

weil Loslassen oft weh tut

und es Zeit benötigt,

in den neuen Lebensräumen

frei sich zu bewegen.

 

Die Jünger und Jüngerinnen Jesu

sind oft konfrontiert

mit den göttlichen Werdeprozessen.

Oft müssen sie

mit Jesus aufbrechen

in neue, ungewohnte Begegnungen.

 

Immer stellt er ihr Gottesbild in Frage,

konfrontiert ihr versteinertes Herz

mit der lauteren Gottesliebe.

Zuletzt wagt er die liebende Hingabe am Kreuz des Todes

und wird so in Gott hinein geboren.

 

So seid auch ihr jetzt bekümmert,

aber ich werde euch wiedersehen;

dann wird euer Herz sich freuen

und niemand nimmt euch eure Freude. ( Joh 16, 22 )

 

Jürgen Heinen