Grossmünster

Giacometti-Fenster

Augusto Giacometti

Augusto Giacometti ist Teil der berühmten Malerdynastie der Giacometti. Nur wenige Meter neben dem Haus seines Cousins Giovanni Giacometti aufgewachsen, begann er schon in jungen Jahren, sich der Malerei zu widmen. Seine Ausbildung zum Zeichenlehrer absolvierte er zwischen 1894 und 1897 an der Kunstgewerbeschule Zürich. Nach seinen Studienjahren von 1897 bis 1901 bei Eugène Grasset in Paris sowie nach Stationen mit Wohnsitzen in Florenz und Zürich, liess er sich ab 1915 endgültig in Zürich nieder.

1917 lernte Giacometti die Dadaisten Tristan Tzara, Marcel Janco, Sophie Taeuber-Arp und Hugo Ball kennen. Er nahm an der 8. Dada-Soirée im Zürcher Kaufleutensaal teil und wurde Mitglied bei der Künstlergruppe „Das Neue Leben“ (1918–1920).

Mit der Ausführung seines Entwurfs für die Eingangshalle der Polizeiwache im Amtshaus I in Zürich zwischen 1923 und 1925 gelang Giacometti eines seiner wichtigsten Werke, auch bekannt als Giacometti-Halle. Dank diesem Auftrag, welcher sofort grosse Beachtung fand, war für ihn der Weg zu weiteren wichtigen Auftragsarbeiten geebnet.

Er gehörte zu den ersten Künstlern des 20. Jahrhunderts, die der Malerei nahezu völlige Autonomie einräumten und den Schritt in die Ungegenständlichkeit wagten. Giacometti wurde in der Folge zum grossen Koloristen. Auf seinem Grabstein steht: «Meister der Farbe».

1929 schuf er das farbige Glasfenster in der Ostwand der evangelischen Stadtkirche in Frauenfeld, 1933 die Chorfenster im Grossmünster, 1937 die Chorfenster der Dorfkirche Adelboden und 1945 ein Kirchenfenster im Fraumünster.

Die Kirchenfenster von Sigmar Polke

Das Projekt "Sigmar Polke – Kirchenfenster Grossmünster" geht auf einen Wettbewerb 2005/06 zurück, den die Kirchgemeinde Grossmünster veranstaltet hat (Mitbewerber/innen: Sylvie Derfraoui, Olafur Eliasson, Katharina Grosse und Christoph Rütimann). Polke bezieht sich in seinem Projekt auf die Chorfenster von Augusto Giacometti, die die Geburt Christi zeigen (1933). Vom hinteren, westlichen Kirchenschiff nach Osten – den Chorfenstern entgegen – legt er eine Zeitachse in den Raum. Im Westen sind sieben Fenster aus Achatschnitten angebracht. Sie stehen für die in Stein geronnenen Bilder der Urzeit und der Erdgeschichte. Gegen das Chorbild Giacomettis schliessen sich fünf sogenannte Präfigurationen Christi an: Dies sind alttestamentliche Figuren, die nach christlicher Lesart auf Jesus vorausweisen. Die von Polke in traditionellen Glastechniken ausgeführten Motive zeigen: den Menschensohn, Elijas' Himmelfahrt, König David, den Sündenbock sowie Isaaks Opferung. – Ein Werk von internationaler Strahlkraft.

Weitere Informationen erhalten Sie im Flyer Flyer Polke-Fenster [16]

Meisterwerke von Sigmar Polke im Kunsthaus Zürich: Mit dem Ticket für den Karlsturm erhalten Sie am gleichen Tag einen Rabatt von CHF 5.- für den Besuch der Sammlung im Kunsthaus Zürich, wo eine repräsentative Werkgruppe monumentaler Bilder Sigmar Polkes zu sehen ist.

Harald Naegelis Totentanz

Seit Ende November 2018 sprayt der Street-Art-Pionier Harald Naegeli in den beiden Grossmünstertürmen an seinem Totentanzzyklus. Die Entstehung des Werks wird sich über mehrere Monate erstrecken; der Teil im Karlsturm ist öffentlich zugänglich, derjenige im Glockenturm nur im Rahmen von speziellen Führungen. [25]

Gerber Bardill: Himmel auf

Im Rahmen der Dauerausstellung "Getruckt zů Zürich: Bibeln und Schriften im Grossmünster" [44] ist die Videoinstallation "Himmel auf" von Gabriela Gerber und Lukas Bardill zu sehen.

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